Gottesdienste im Februar 2021

Aktuell finden aufgrund der Corona-Virus Lage in den Kirchengemeinden Billingshausen, Spanbeck und Holzerode nur vereinzelt Gottesdienste und unter besonderen Hygienekonzepten statt.  

Andacht für Sonntag, den 21. Februar 2021 (Invokavit)

von 10:00 Uhr bis 10:15 Uhr läuten dazu die Glocken unserer Kirchen!

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.
1.Johannes 3,8b

Eingangsworte
Ich bin hier -  durch Gottes Geist verbunden mit anderen.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen des Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

der seinen Bund und seine Treue hält ewiglich,

und der niemals loslässt ein Werk seiner Hände.
Amen

Lied: Evangelisches Gesangbuch 378, 1-3:
Sie können sich das Lied unter https://www.youtube.com/watch?v=SGmLtFUgQr0 vorsingen lassen!


378:2 Es mag sein, dass Trug und List eine Weile Meister ist; wie Gott will, sind Gottes Gaben. Rechte nicht um Mein und Dein; manches Glück ist auf den Schein, lass es Weile haben.

378:3 Es mag sein, dass Frevel siegt, wo der Fromme niederliegt; doch nach jedem Unterliegen wirst du den Gerechten sehn lebend aus dem Feuer gehn, neue Kräfte kriegen.

Gebet
Gott.
Da bin ich. Allein. Und doch nicht allein: Du bist hier.
Andere beten auch zu dir. Genau jetzt. Das verbindet uns. Miteinander. Und mit Dir.
Du bist eben nicht an bestimmte Orte gebunden. Du bist da, wo ich bin.

Ich leg Dir heute Morgen alles hin, was ist. Und es ist so viel.
Ich bitte Dich, Gott:
Behüte, was wir lieb haben. Das Leben. Und unsere Lieben.

Bibeltext und Auslegung – Johannes 13, 21-30 (Luther 1984):
21Als Jesus das gesagt hatte, wurde er betrübt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. 22Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete. 23Es war aber einer unter seinen Jüngern, den Jesus lieb hatte, der lag bei Tisch an der Brust Jesu. 24Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete. 25Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist’s? 26Jesus antwortete: Der ist’s, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. 27Und als der den Bissen nahm, fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald!28Aber niemand am Tisch wusste, wozu er ihm das sagte. 29Einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest nötig haben!, oder dass er den Armen etwas geben sollte. 30Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht.

Und es war Nacht!
Zunächst nur eine Zeitbestimmung!
Aber: es ist mehr als eine Zeitangabe, wenn es heißt: „Und es war Nacht.“

Es ist auch mehr als eine Aussage über die innere Befindlichkeit des Judas, obwohl das sicher seinen guten Sinn hat: In ihm ist Nacht.
Im Sinn des Johannesevangelium ist aber wohl auch zu lesen:
Jetzt bricht die Nachtzeit an, in der niemand mehr wirken kann.
Bis dahin war Tag, Zeit des Wirkens Jesu.
Jetzt beginnt die Nacht, durch die er hindurch muss, damit der dritte Tag werden kann.  Es ist der Beginn der Passion.
Tag und Nacht gehören zusammen. Nur wenn man die Nacht kennt, kann man den Tag schätzen.
Dabei ist nicht an eine schöne orientalische Sternennacht gedacht, die man in der Wüste fernab der Zivilisation erleben kann. Diese schönen Sternennächte haben den hebräischen Namen „Laila“. So heißen auch viele Frauen im Orient: schön, wie die Nacht!
Bei „Nacht“ ist dagegen an eine finstere, lichtlose Nachtgedacht – dunkel und unheimlich, kalt und hoffnungslos.
Wir kennen diese Nächte vielleicht auch aus unserem Leben: das Gefühl, kein Licht am Ende zu sehen.

Wir kennen das Gefühl auch in Zeiten der Corona-Pandemie: wir sehnen uns nach Licht am Ende des Tunnels. Wir sehnen uns nach Hoffnung!
Aber: es ist Nacht!
Das Unheil nimmt jetzt seinen Lauf.
Oder sollten wir besser sagen: das Heil nimmt seinen Lauf?
Das ist es doch, was die Geschichte auch sagen will: das Heil, die Heilung, die Wende zum Guten nimmt ihren Lauf durch Unheil, Verrat und den Teufel persönlich.
Vielleicht kennen Sie den Satz, dass Gott aus dem Bösesten Gutes entstehen lassen kann und will?
Ihren Gipfelpunkt findet diese schmerzliche Erkenntnis in der weiteren Nachtgeschichte, in der Jesus dann durch Judas verraten wird.
Wir wissen bei dieser unheimlichen Nacht-Geschichte: das Heil nimmt seinen Lauf!
Aber erst ist es Nacht – die Nacht der Passion!
Wir freuen uns auf Ostern, auf das Fest der Auferstehung. Aber erst kommt die Nacht der Passion, durch die Jesus hindurchgegangen ist, um uns zu erlösen.
Und für uns bedeutet die Passionszeit, dass wir diese Passion in 7 Wochen bedenken.
Auch wir gehen in Gedanken mit durch diese Nacht – vielleicht durch Fasten und Bedenken, was die Passion Jesu für uns ganz persönlich bedeutet.
Die Fastenzeit ist Zeit der genaueren Betrachtung unseres Lebens, Zeit des Abstandnehmens für uns selbst und von uns selbst, um besser zu erkennen, wer wir sind.
Wir stecken mittendrinin der Nachtund können nur Jesus folgen auf dem Weg, der heute beginnt.
Aber in dem Wissen: nach der Nacht kommt der Tag!

In alte Gebete einstimmen: Psalm91(Basis-Bibel) lesen - eventuell im Wechsel, oder eine*r in der Hausgemeinschaft liest vor

1Wer unter dem Schutz des Höchsten wohnt, wer im Schatten des Gewaltigen die Nacht verbringt,
2der sagt wie ich über den Herrn:»Meine Zuflucht ist er und meine Burg, mein Gott, dem ich vertraue!«
3Ja, er rettet dich vor dem Netz des  Jägers, vor den Verderben bringenden Pfeilspitzen.
4Er breitet seine Schwingen aus über dir. Unter seinen Flügeln findest du Zuflucht. Wie ein Schildschützt dich seine Treue, wie eine Schutzmauer umgibt sie dich.
5Du brauchst keine Angst mehr haben: weder vor den Gefahren, die in der Nacht drohen –noch vor den Pfeilen, die am Tag daherfliegen
6Du brauchst dich nicht zu fürchten: weder vor der Pest, die sich heimlich ausbreitet –noch vor den Seuchen, die offen wüten.
9Ja, du sagst wie ich: »Der Herr ist meine Zuflucht! «
Beim Höchsten hast du ein Versteck gefunden.
10Kein Unheil wird über dich hereinbrechen und kein Schicksalsschlag wird dein Zelt treffen.
11Denn er wird seinen Engeln befehlen, dich zu beschützen, wohin du auch gehst.
12Auf ihren Händen werden sie dich tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

Lied: Evangelisches Gesangbuch 347, 1-6: Sie können sich das Lied unter
https://www.lieder-vom-glauben.de/evangelisches-gesangbuch-eg-wue-nr-347/ vorsingen lassen!


Fürbitte und Vaterunser (VELKD)

Allmächtiger Gott,
Angst und Tod und Zerstörung,
wie kann es sie geben unter deinen Augen?
In der Liebe,
im Leiden bist du unter uns
und lässt dein Reich wachsen.

Überwinde das Böse,
den Mangel an Liebe,
wo dem Gewinn für sich selbst
Leben und Gesundheit anderer geopfert werden,
wo Gefühl zum Kalkül, wo menschliche Nähe zum Instrument wird
für eigene Interessen,
wo Menschen andere zu Waren machen.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Überwinde das Böse,
den Mangel an Glauben,
wo Menschen nur noch sich selbst vertrauen,
wo wir in den Kirchen die Sprache für deine Gegenwart verlieren,
wo uns die Kraft fehlt, zu dir ins Offene zu lauschen.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Überwinde das Böse,
den Mangel an Frieden,
wo Menschen getrieben sind und doch nicht wissen wohin,
wo Gewaltherrschaft keine Skrupel mehr kennt,
wo Krieg und Bürgerkrieg Menschen zu Bestien werden lassen.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Überwinde das Böse,
den Mangel an Wahrheit,
wo Täuschung, Zensur und Desinformation herrschen,
wo Menschen manipuliert werden,
wo Angst geschürt und aus Angst geschwiegen wird.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Überwinde das Böse,
den Mangel an Hoffnung,
wo Menschen sich zurückziehen,
wo sie nur noch funktionieren,
wo unwidersprochen Lebensräume zerstört werden.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Wir vertrauen dir,
du verborgener, du naher Gott,
dass du uns nicht uns selbst überlässt,
sondern in deiner Liebe verwandelst.

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen

Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Amen

Nachspiel: Taize: Meine Hoffnung und meine Freude https://www.youtube.com/watch?v=kBmgOnQM3Ws

Die Kollekte ist bestimmt für die Aktion Hoffnung für Osteuropa:
die Konten unserer Kirchengemeinden lauten:

Holzerode-IBAN: DE53 5209 0000 0048 6733 09

Spanbeck – IBAN: DE30 5209 0000 0048 5807 00

Billingshausen – IBAN: DE91 5209 0000 0048 6180 14

Allen Geberinnen und Gebern: vielen Dank!